Und am nächsten Morgen legte sie fünfzig nette Eierchen.

„Hm,“ meinte sie. „Es wäre ganz hübsch, wenn ich das alte Frauenzimmer daheim und ein paar von ihresgleichen hier hätte; die könnten dann auf die Eier achtgeben. Aber nun hilft es nichts, ich muß selber Hand anlegen.“

Und sie griff gehörig zu, als ob sie ein einfacher Arbeiter wäre und nicht eine stolze Königin.

Sie drehte die Eier um, deckte sie zu, wenn es regnete, und trug sie in die Sonne. Als die Larven ausschlüpften, lief sie hin und holte Futter.

„Es reicht nicht,“ meinte sie mißmutig. „Ich kann sie nicht sattbekommen.“

Einen Augenblick dachte sie darüber nach, was sie tun solle. Dann biß sie entschlossen der einen Hälfte der Larven den Kopf ab und warf sie den anderen fünfundzwanzig vor.

„Eßt,“ sagte sie, „und freut euch des Lebens!“

Die Fünfundzwanzig fraßen, gediehen und verpuppten sich. Und die Königin sorgte für die Puppen, wie sie für die Larven gesorgt hatte, bis der Tag kam, wo sie erwachsen waren. Da biß sie die Hüllen entzwei, und heraus traten fünfundzwanzig niedliche kleine Arbeiterameisen.

„Sieh da,“ sagte sie. „Nun ist das Schlimmste überstanden. Ich hoffe, ihr seid bereit, eurer Königin zu gehorchen?“

Da verneigten sich die Fünfundzwanzig bis auf die Erde.