„Du solltest einmal mit dem Dichter reden.“

„Das würde viel helfen! Glaubst du, der Dichter macht sich etwas daraus, wie die Sache zusammenhängt? Er richtet die Dinge so ein, daß er sie in Verse setzen kann. Und dazu läßt sich ja auch nichts sagen. Ein jeder stiehlt in seinem Gewerbe. Er schildert mich als mild und sanft und lieblich. Oder als stolzen, übermütigen Herrn. Würde er erzählen, daß ich in Wirklichkeit nur ein elender Diener bin, der auf Befehl seines Herrn von einem Ende der Welt bis zum andern rennt — was, glaubst du, würde dann aus den Versen werden?“

„Daran mag etwas Wahres sein,“ sagte die Maus nachdenklich.

„Gib nur acht! Dort kommen die Leute aus der Kirche. Hör zu, was sie sagen, dann wirst du sehen, daß ich nicht übertreibe.“

Der Wind versteckte sich hinterm Zaun; und die Maus lugte unter einem Huflattichblatt hervor, während die Leute vorbeigingen.

Da kam die Pfarrersfrau und die Mutter des kleinen kranken Jungen. Es kam der Schiffer, und es kam der Müller, und es kamen noch viele andere.

„Wie geht es Ihrem Jungen?“ fragte die Pfarrersfrau.

„Danke,“ sagte die Mutter. „Es geht besser, aber nur langsam. Bei dem scharfen Winde konnte er ja nicht ins Freie.“

„Ach ja, der Wind, der Wind!“ meinte die Pfarrersfrau. „Denken Sie sich... am Freitag morgen hänge ich meine ganze Wäsche auf die Wiese. Es war wunderschönes Wetter, so ein trockener Wind, wissen Sie. Und dann kam ein solcher Sturm, daß mir alles verdorben wurde. Bloß des widerwärtigen Windes wegen müssen wir die ganze Wäsche noch einmal waschen.“