„Das klingt recht hübsch,“ meinte die Steinkohle. „Es ist wirklich ärgerlich, daß man dir so gar nichts von alledem ansehen kann.“

„Wenn man fortwährend in dieser Weise unterbrochen wird, kann ich mich nicht darauf einlassen zu erzählen, wenn ich an die Reihe komme,“ sagte der Koks. „Wollen wir nicht gegenseitig unsre Nerven respektieren?“

„Zu Füßen lag mir stets ein wunderschöner Teppich,“ fuhr das Buchenscheit fort, „der war im Frühling von weißen Anemonen gewirkt. Späterhin kam feines grünes Gras an ihre Stelle. Im Winter aber macht’ ich mir selber einen dicken dichten Teppich aus meinen braunen Blättern zurecht, und dann fiel vom Himmel der Schnee darauf. Jeden Sommer wurde ich größer und größer... an alle Zweige fügt’ ich ein kleines Stück, und im Stamm legte sich Ring an Ring, bis ich schließlich ein echter, rechter Riese war. Wenn es im Winter ganz toll stürmte und meine Kameraden sich bogen und brachen, dann stand ich gleichgültig da. Ein langes Leben war’s und ein herrliches Leben zugleich.“

„Verzeih’,“ sagte der Torf. — „Aber wie kam es denn, daß es zu Ende ging?“

„Das weiß ich nicht,“ erwiderte das Brennholz. „Ich wurde gewiß zu groß. Ich hörte die Menschen darüber reden, daß die jungen Bäume auch an die Reihe kommen müßten, und daß ich gutes Brennmaterial abgeben werde und dergleichen mehr.“

„Die Menschen... ha, ha, ha!“ lachte die Steinkohle.

„Die Menschen... Verzeihung... ha, ha, ha,“ rief der Torf.

„Ich lache überhaupt nie mehr,“ sagte der Koks „Tät ich’s aber noch, so würd’ ich jetzt lachen.“

„Ich weiß nicht, was ihr zu lachen habt,“ sagte das Holzscheit verletzt. „Die Menschen sind doch unsre Herren und Meister, sollt’ ich meinen. — Sie haben mich durchgesägt, ein Tau um mich gezogen und an mir gezerrt, bis ich stürzte. Dreißig Mann mußten mithelfen bei dem Stück Arbeit, und ich fiel mit solchem Krachen nieder, daß die Erde erbebte. Dann sägte man mich wieder und wieder durch, spaltete mich mit Äxten, stapelte die Teile auf, verkaufte mich auf der Auktion und fuhr mich fort. Jetzt ist nur das Stück, das ihr hier seht, von mir übrig. Da habt ihr meine Geschichte! Weiß jemand eine bessere, bitte schön, so soll er damit herausrücken!“