Und er fuhr über den jungen Roggen hin, so daß die dünnen Halme hin und her schwankten.
„Siehst du,“ sagte er dann, „der Bauer sorgt für seinen Roggen, denn das ist sein Beruf. Aber der Regen, die Sonne und ich — wir nehmen uns euer aller an, ohne Ansehen der Person. Für uns ist das armselige Unkraut ebensoviel wert wie das vornehme Getreide.“
Da kam der Bauer, um nach seinem Roggen zu sehen; und als er das Unkraut gewahrte, das auf dem Felde stand, kraute er sich ärgerlich hinter den Ohren und fing an zu schelten.
„Das hat der Wind getan, der schlechte Kerl!“ sagte er zu Jens und Ole, die neben ihm standen, die Hände in den Hosentaschen — sie hatten schon ihre neuen Hosen an.
Aber da kam der Wind herbeigeflogen, wehte allen dreien die Mützen vom Kopfe und rollte sie ein gutes Stück Weges fort. Der Bauer und die beiden Jungen liefen den Mützen nach, aber der Wind war geschwinder als sie.
Zuletzt rollten die Mützen in den Dorfteich, und der Bauer und seine Söhne mußten lange nach ihnen fischen und angeln, ehe sie sie wieder erwischten.
Die Unsichtbaren.
Diese Geschichte spielt in der ganz alltäglichen Stube eines ganz alltäglichen Jungen.
Die Stube war nicht besonders groß und der Junge ebensowenig. Es stand ein eisernes Bett in dem Zimmer, wie kleine Kinder es haben; ein Bett, aus dem man nicht herausrollen konnte, und das sich größer machen ließ, je nach dem Alter. Ferner standen in der Stube ein Tisch aus Kiefernholz und zwei Stühle, die in ihren guten Tagen ihren Platz oben im Wohnzimmer gehabt hatten. Als es mit ihnen bergab ging, waren sie heruntergeholt worden; und hier erfüllten sie ihren Zweck, denn Jungen haben nun mal keinen sonderlichen Respekt vor Möbeln. Den bekommen sie erst, wenn sie groß werden und die Möbel selber bezahlen müssen. Und dann sind ihre Söhne kleine Jungen; und sie können gar nicht begreifen, wie unordentlich die sind.