„Ich gehöre auch nicht zu euch,“ antwortete das Salzkraut. „Ich gehöre zu den Pflanzen oben am Lande.“

„Dann steh dir Gott bei, wenn das Meer kommt,“ erwiderte der Tangbusch.

„Mach’ dir meinetwegen keine Sorgen,“ sagte das Salzkraut. „Ich finde mich schon zurecht und erfülle meine Mission.“

„Also du hast sogar eine Mission,“ sagte der Tangbusch und lachte; aber ganz schwach; denn er war sehr ermattet von der Dürre.

„Ich sammle Schlick,“ sagte das Salzkraut. „Ich helfe nach, so daß alles, was von kleinen Stückchen Lehm und Kreide und andern Dingen im Meere ist, Zeit findet, zu Boden zu sinken. Das ist der Schlick. Mit der Zeit wird richtiges Land, werden grüne Wiesen daraus.“

„Und du bildest dir ein, daß das Meer dich gewähren läßt?“ fragte der Tangbusch.

„Wart’ es ab,“ erwiderte das Salzkraut. „Und ruhe ein bißchen! Du siehst ziemlich angestrengt aus. Du kannst nicht alles vertragen, so wie ich.“

Dann kam die Flut wieder, und das Meer rollte herzu.

Der Tangbusch freute sich, das Salzkraut ins Unglück kommen zu sehen. Aber es wurde ein mäßiges Vergnügen. Denn das Salzkraut stand aufrecht da und streckte seine Zweige ins Wasser aus.