„Du mächtiges Meer,“ sagte der Tangbusch. „Da steht ein grüner Bursche, der sich Salzkraut nennt und erzählt, daß er mit deiner Erlaubnis Land baut. Ist das wohl richtig?“

„Gewiß,“ sagte das Meer. „Du dummer Tangbusch verstehst auch immer nur die Hälfte von den Dingen. Du glaubst, ich hätte kein andres Vergnügen als zu rollen und zu schäumen und das Land zu zerstören; und du weißt nicht, daß es mir ebensogut gefällt, Land aufzubauen. Jetzt baue ich; und es wird nicht lange dauern, dann liegst du in der Sonne und verfaulst.“

„Gott stehe denen bei, die sich auf die großen Herren verlassen,“ sagte der Tangbusch.

„Du bist heute so unruhig, Meer,“ schalt das Salzkraut. „Wenn du dich nicht legst, so kann ich keinen Schlick sammeln.“

„Verzeihung, Verzeihung, mein liebes Salzkraut,“ sagte das Meer. „Jetzt werde ich aufpassen. Ist es nun gut?“

„Du mußt noch ruhiger sein,“ sagte das Salzkraut.

Und es breitete seine Zweige aus, so daß sie den Wellenschlag durchbrachen, und schimpfte und zeterte unaufhörlich. Immer neue Millionen winziger Lehm- und Kalkstückchen sanken zu Boden, der unmerklich, aber stetig stieg.

„Hat man je so etwas gesehen?“ fragte der Tangbusch. „Er redet mit dem Meere, als wäre er sein Herr.“

„Es ist mein Kind,“ sagte das Meer, „mein liebes, liebes Salzkraut.“

Da war der Tangbusch vor Erstaunen ganz sprachlos. Die Möwe aber flog in die Welt hinaus und erzählte, das Meer habe sich völlig verändert und sei nicht mehr wiederzuerkennen.