Der Bauer stand auf seinem Deich und sah über den blanken Spiegel hin.
„Wie schön das Meer heute ist,“ sagte er. „Wer sollte glauben, daß das dasselbe Meer ist, das neulich so sehr gebrüllt und schäumend meine Deiche durchbrochen hat?“
Plötzlich begann das Meer zu zittern.
„Salzkraut,“ sagte es. „Liebes Salzkraut!“
„Was ist denn?“ rief das Salzkraut ungeduldig. „Jetzt ist es so großartig mit dem Schlick gegangen, und nun verdirbst du das ganze durch deinen Wellengang.“
„Du darfst nicht böse auf mich werden,“ sagte das Meer. „Aber jetzt kommt die Ebbe, und ich muß meiner Wege gehen. Wie ich sehe, sind deine Samen jetzt reif; und wenn du sie jetzt fortwirfst, fürchte ich, daß ich sie unversehens mit mir in die Tiefe ziehe.“
„Daran habe ich wohl gedacht,“ sagte das Salzkraut. „Kümmere dich nur nicht darum! Jedem meiner Samen habe ich eine Menge Härchen gegeben, so daß sie sich am Boden festhalten können. Nimm du nur Reißaus, wenn du dazu genötigt bist, und komm mit neuem Schlick zurück!“
„Wie klug und bedachtsam du doch bist, mein liebes Salzkraut,“ lobte das Meer.
Dann lief es davon, und das Salzkraut säte seine Samen aus.