„Das könnte mir nie einfallen,“ sagte die Auster. „Ich gähne nur. Dann fließt mir das Wasser mit all seinem kleinen Gewürm in den Magen hinein, und dann bin ich satt.“
„Sehr vornehm,“ bemerkte der Bohrwurm.
„Untertänigst willkommen,“ sagte der Pfahl.
So saß nun die Auster da und blieb sitzen. Der Bohrwurm nagte, und der Bart des alten Pfahls wogte im Strome hin und her. Wenn er zwischendurch einmal melancholisch wurde, klagte er seinen Logiergästen sein Leid.
„Wüßte man nur, warum man überhaupt in die Welt gesetzt ist und gerade hier in den Limfjord,“ sagte er oft.
„Ich wohne ja in dir ... ist dir das nicht genug?“ fragte der Bohrwurm.
„Du hast die Ehre, mich zu beherbergen,“ fügte die Auster hinzu. „Und ich bin das vornehmste Tier im Meere.“
„Zum Teufel, ist das wahr?“ fragte der Pfahl.
„Es ist wahr,“ erwiderte die Auster. „Ich will dir etwas sagen ... Ich bin überzeugt, daß du nur deshalb hierher in den Fjord gesetzt bist, damit ich auf dir wohnen soll.“
„Sollte das möglich sein?“ fragte der Pfahl. „Du darfst nicht böse auf mich werden ... Aber dann ist es doch verwunderlich, daß du nicht früher gekommen bist. Ich stehe hier seit vielen, vielen Jahren, so lange schon, daß ich mich gar nicht mehr auf den Anfang besinnen kann. Und früher bin ich ein anderer Kerl gewesen. Jetzt bin ich nur ein altes Wrack.“