„Ha ha!“ sagte der Bohrwurm. „Deinen Platz in einem Menschenmagen! Du bist ganz verstört im Kopfe vor purer Vornehmheit, meine feine Cousine.“
Die Auster gähnte und schloß die Schalen wieder und tat, als ob sie nichts gehört hätte. Aber der alte Pfahl versank in sonderbare Gedanken, während sein ehrwürdiger Bart im Strome auf und ab wogte.
„Ich kann’s nicht verstehen,“ sagte er vor sich hin. „Wenn ich einen kleinen lieben Pfahl hätte, der mein Alter erfreuen könnte, so würde ich ihn besser behüten als mein eigenes Leben.“
Inzwischen schwammen die kleinen Austern ringsumher. Winzig klein waren sie, rund, mit zwei kleinen Schalen und einem Büschel Haare an dem einen Ende. Und sie waren ganz durchsichtig und in ihnen war etwas, das aussah wie ein S.
„Das bedeutet Schampanjer,“ sagte die alte Auster, die so fein war, daß sie nie buchstabieren gelernt hatte. „Das ist ihr Adelsabzeichen.“
Sie spielten und mischten sich unter andere Austernkinder. Das Wasser war ganz getrübt von ihnen, so viele waren es. Aber die Dorsche fuhren mitten unter sie und würgten sie hinunter, und die Aale und Goldbutten machten es ebenso. Auch die schnatternden Enten fraßen sie auf ... Da waren genug, die ihnen zu Leibe wollten; aber es waren ja auch genug Austernkinder vorhanden.
Fünf Tage später saßen elf kleine Austern auf dem Pfahl neben der großen.
„Willkommen,“ sagte der Pfahl. „Ich werde alles tun, um die jungen Herrschaften zufriedenzustellen.“
In den Tangbart setzten sich mehrere; ein paar setzten sich auf die Steine des Grundes und ein paar auf den bloßen Sand.
„Das ist ausgezeichnet,“ lobte der Pfahl. „Wie munter und gesellig es nun bei mir auf meine alten Tage wird!“