GRÖSSERES BILD

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Der Winter war gekommen.

Auf allen Feldern lag Schnee, und die Gewässer waren zugefroren. Die Blätter lagen tot und zerknittert am Boden; und keine anderen Blumen waren da als hier und dort ein kümmerliches verfrorenes Gänseblümchen, das sich von dem gelben Grase abhob.

Und die Fliegen und Mücken und Schmetterlinge und Maikäfer waren tot. Die Natter hielt ihren Winterschlaf und die Eidechse desgleichen. Auf dem Grunde des Teiches hatte der Frosch sein Winterquartier bezogen. Er saß ganz tief im Schlamm, nur das Maul ragte hervor; und so gedachte er den ganzen Winter über zu sitzen.

Den Vögeln, die zurückgeblieben waren, ging es jedoch gar nicht so schlecht.

Die Krähen hatten jeden Abend große Gesellschaft in dem Wäldchen und krächzten und schwatzten, daß man es weit, weit hören konnte. Der Buchfink und die Kohlmeise hüpften vergnügt in den Büschen umher und pickten auf, was sie finden konnten.

Nur der Sperling war beständig verzagt. Er saß auf dem Dachfirst und kroch in sich zusammen und dachte die ganze Zeit an die Zugvögel.

„Jetzt sind sie da unten,“ sagte er. „Hier liegt Schnee und Eis. Aber im Süden in den wunderschönen, warmen Ländern ist ewiger Sommer. Hier habe ich kaum das trockene Brot, aber da unten schwelgen sie im Überfluß. Ach, wer doch mitgereist wäre!“