Nach und nach verstrich der Winter. Die Tage wurden länger und der Sonnenschein wärmte wieder mehr.
„Was, bist du noch hier?“ fragte die Sonne den Schnee.
Und unablässig starrte sie auf ihn nieder, bis der Schnee zuletzt ganz verlegen wurde und schmolz und in die Erde sank.
„Wart’ ein wenig,“ sagte die Wolke zur Sonne, „wir müssen erst ein großes Reinemachen veranstalten, ehe du an die Arbeit gehen kannst.“
Da fiel sie als Gußregen zur Erde nieder, wusch die Zweige der Bäume und Büsche und sammelte sich zu einem richtigen kleinen See oben auf dem Eise.
„Nun komme ich! Nun komme ich!“ sagte der wirkliche See, der unter dem Eise war.
Er hob seine Brust und sprengte mit einem mächtigen Seufzer die Eisdecke, so daß alle die kleinen Wellen hüpften und tanzten wie Jungen, die der Schule entronnen sind.
Und nun brach die Sonne durch die Wolken, und tausend kleine grüne Zweige guckten aus der Erde hervor.