Die Bienenkönigin.
Der Bauer machte seinen Bienenkorb auf.
„Heraus mit euch!“ sagte er zu den Bienen. „Die Sonne scheint, und überall springen die Blumen auf, daß es ein Vergnügen ist. Jetzt seid mir schön fleißig und sammelt mir recht viel Honig, damit ich ihn im Herbst dem Kaufmann bringen kann! Eins muß zum anderen kommen, und ihr wißt wohl, es steht schlimm mit der Landwirtschaft.“
„Was geht uns deine Landwirtschaft an!“ summten die Bienen.
Aber sie schwärmten doch aus, denn sie hatten den ganzen Winter im Bienenkorb gesessen und hatten die frische Luft bitter nötig. Mit Summen und Brummen streckten sie sich und versuchten, ihre Flügel zu gebrauchen. Allerorten wimmelten sie hervor, kletterten am Korbe auf und nieder, flogen auf die Blumen und Büsche und spazierten auf der Erde umher.
Einige hundert Bienen waren es.
Zuletzt kam die Königin. Sie war größer als die anderen und herrschte über den Bienenstaat.
„Hört jetzt auf mit den Narrenstreichen, Kinder!“ befahl sie, „und macht euch an die Arbeit! Eine ordentliche Biene faulenzt nicht, sondern faßt tüchtig mit an und nützt ihre Zeit aus.“