Und auf einmal barsten alle Eier; in jedem Kämmerlein lag ein niedlicher, kleiner Säugling.
„Was für Bürschchen das sind!“ sagten die jungen Bienen. „Die haben ja keine Augen, und wo haben sie denn ihre Beine und Flügel?“
„Es sind Maden,“ sagte die Königin, „und so habt ihr Grünschnäbel auch einmal ausgesehen. Man muß erst eine Made sein, ehe man eine ordentliche Biene werden kann. Geschwind jetzt, gebt ihnen etwas zu essen!“
Die Bienen hatten viel zu tun, um die Jungen zu füttern; aber sie behandelten nicht alle gleich gut. Die zehn, die in den großen Stuben lagen, bekamen so viel zu essen, wie sie nur wollten; und jeden Tag wurde eine große Portion Honig zu ihnen hineingetragen.
„Das sind Prinzessinnen,“ sagte die Königin. „Darum müßt ihr sie gut behandeln. Die andern könnt ihr knapper halten mit der Kost, das sind nur Arbeiter, und sie müssen sich daran gewöhnen, zu nehmen, was man ihnen gibt.“
Und die armen, kleinen Geschöpfe bekamen jeden Morgen ein Stückchen Bienenbrot und mehr nicht; damit mußten sie sich zufriedengeben, mochten sie auch noch so hungrig sein.
In einem von den sechseckigen Kämmerchen, dicht neben den Stuben der Prinzessinnen, lag eine kleine, winzige Made. Sie war die jüngste von allen und erst vor kurzem aus dem Ei gekommen. Sehen konnte sie nicht, aber sie konnte ganz deutlich draußen die erwachsenen Bienen schwatzen hören; und währenddessen lag sie mäuschenstill da und hatte ihre eigenen Gedanken.
„Ich könnte wohl ein bißchen mehr essen,“ sagte sie und klopfte an ihre Tür.
„Du hast genug bekommen für heute,“ antwortete die alte Biene, die draußen auf dem Gange hin und her kroch und als Bienen-Oberkindermädchen angestellt war.
„Ja, aber ich bin hungrig!“ rief die kleine Made. „Und dann möchte ich in eine Prinzessinnenstube, hier wird’s mir zu eng.“