„Nun höre mal einer das an,“ sagte die alte Biene spöttisch. „Man sollte meinen, sie wäre eine echte, rechte Prinzessin, bei den Ansprüchen, die sie macht! Du bist auf der Welt, um dich abzurackern, liebes Kind. Eine ganz gewöhnliche Arbeitsbiene bist du, und etwas anderes wirst du nie, solange du lebst.“
„Aber ich will Königin werden!“ rief die Made und trommelte gegen die Tür.
Auf solch dumme Rede gab die Alte natürlich gar keine Antwort, sondern ging weiter zu den andern. Überall wollten sie mehr zu essen haben; die kleine Made konnte alles hören.
„Das ist doch grausam,“ dachte sie bei sich, „daß wir so hungern sollen.“
Und schließlich klopfte sie an die Wand, die an das Zimmer der Prinzessin stieß, und rief:
„Gib mir ein bißchen von deinem Honig! Darf ich zu dir in deine Stube kommen? Ich verhungere sonst hier, und ich bin doch nicht schlechter als du!“
„Wart’ du nur, bis ich Königin bin!“ sagte die Prinzessin; „ich werd’ dir deine Unverschämtheit ankreiden, das kannst du mir glauben.“
Aber kaum hatte sie ausgesprochen, da fingen die anderen Prinzessinnen an zu schreien und zu toben, daß es schrecklich anzuhören war.
„Du wirst nicht Königin! Ich werde es ... ich werde es!“ schrien sie durcheinander und fingen an, auf die Wände loszuhämmern und einen entsetzlichen Lärm zu machen.
Das Oberkindermädchen kam schleunigst herbeigelaufen und machte die Türen auf.