Vorsichtig sah sich die Bienenkönigin nach allen Seiten um. Aber in diesem Augenblick strömten auf einmal die Bienen herzu, packten sie, an den Beinen und Flügeln und schleppten sie fort.

„Was soll das bedeuten?“ schrie sie; „seid ihr Rebellen?“

„Nein, Majestät,“ erwiderten die Bienen ehrerbietig; „aber wir wissen, daß Sie vorhaben, die Prinzessinnen zu töten, und das können wir unmöglich zulassen. Was sollen wir dann im Herbste anfangen, wenn Ew. Majestät sterben?“

„Laßt mich los!“ schrie die Königin und versuchte sich loszureißen. „Noch bin ich Königin und kann tun und lassen, was ich will. Woher wißt ihr, daß ich zum Herbst sterben muß?“

Aber die Bienen hielten sie fest und schleppten sie vor den Bienenkorb. Da ließen sie sie frei; sie aber schüttelte zornig ihre Flügel und rief:

„Ihr Aufrührer seid es gar nicht wert, daß ich über euch herrsche. Ich bleibe keine Stunde länger hier, ich fliege fort und gründe mir einen neuen Staat. Will einer mit von euch?“

Mehrere von den alten Bienen, die zusammen mit der Königin Maden gewesen waren, erklärten, sie wollten mit ihr reisen, und bald darauf flogen sie fort.

„Nun haben wir keine Königin,“ sagten die anderen Bienen. „Wir müssen nur gut für die Prinzessinnen sorgen.“

Sie überfütterten die Prinzessinnen mit Honig vom Morgen bis zum Abend; und sie wurden größer und größer, gediehen und zankten sich und machten immer mehr Lärm, je älter sie wurden.