An die kleine Made dachte niemand.
Eines Morgens flogen die Türen zu den Stuben der Prinzessinnen auf, und alle zehn traten als schöne, ausgewachsene Königinnen heraus. Die andern Bienen kamen gelaufen und staunten sie mit bewundernden Blicken an.
„Nein, wie schön sie sind!“ sagten sie. „Es ist schwer zu sagen, welche die Schönste ist.“
„Ich!“ rief eine.
„Da irrst du dich,“ fiel eine andere ein und stach sie mit ihrem Stachel.
„Was ihr euch einbildet!“ schrie die dritte; „ich sollte meinen, ich bin denn doch viel schöner als ihr.“
Gleich schrien sie durcheinander, und bald entbrannte eine heiße Schlacht. Die Bienen wollten sie trennen, aber das alte Oberkindermädchen sagte zu ihnen:
„Laßt sie nur; dann sehen wir, welches die Stärkste ist, und die wählen wir dann zur Königin. Mehr als eine können wir ja doch nicht brauchen.“
Die Bienen stellten sich rings im Kreise auf und sahen dem Kampfe zu. Er dauerte lange, und es ging blutig her. Abgebissene Flügel und Beine flogen in der Luft umher, und nach kurzer Zeit lagen acht Prinzessinnen tot am Boden. Die zwei letzten kämpften noch lange miteinander. Die eine hatte alle ihre Flügel eingebüßt, und die andere hatte nur noch vier Beine.
„Wir bekommen eine invalide Königin, welche von beiden es auch sein wird!“ sagte eine von den Bienen. „Wir hätten die alte behalten sollen!“