„Ich werde also doch Königin!“ sagte sie zum Oberkindermädchen. „Das hättest du dir wohl nicht träumen lassen, du alter Brummbär?“
„Ich hoffe, Ew. Majestät vergessen mir meine unpassenden Bemerkungen aus jener Zeit, als Sie drüben lagen!“ sagte die alte Biene und verneigte sich ehrerbietig.
„Ich vergebe dir!“ antwortete die neugebackene Prinzessin. „Hol’ mir mal ein bißchen mehr Honig!“
Nach kurzer Zeit war die Made zur Biene herangewachsen und trat aus ihrer Kammer, so groß und schön, wie die Bienen es sich nur wünschen konnten. Und wie sie kommandieren konnte!
„Fort mit euch!“ befahl sie. „Wir brauchen mehr Honig für den Winter, und ihr da müßt noch viel mehr Wachs ausschwitzen. Ich gedenke, einen Flügel an den Korb anzubauen. Darin sollen die neuen Prinzessinnen im nächsten Jahr wohnen; es ist zu unangenehm für sie, so nahe bei den einfachen Maden liegen zu müssen.“
„Ei der Tausend!“ sagten die Bienen untereinander. „Man sollte wahrhaftig glauben, daß sie zur Königin bestimmt war, seitdem sie im Ei lag.“
„Nein,“ erklärte das Bienen-Oberkindermädchen, „das war sie nicht; aber die Gedanken einer Königin hat sie gehabt, und das ist die Hauptsache.“
Der alte Weidenbaum.
Es gibt viele Sorten von Weidenbäumen; und sie gleichen einander so wenig, daß man gar nicht glauben sollte, daß sie zu einer Familie gehören.