Einige kriechen an der Erde hin, so klein und armselig sind sie. Sie wohnen auf der Heide oder hoch oben auf den Bergen oder in den kalten Polarländern. Im Winter sind sie ganz verborgen unterm Schnee, im Sommer stecken sie ihre Nasen gerade über die Heidekrautspitzen weg.

Sie gleichen Leuten, die sich verstecken, weil es ihnen so dürftig geht. Es ist aber dumm, sich zu schämen, weil man arm ist, und das tun die kleinen Zwergweiden auch nicht. Doch sie wissen, daß die Erde, in der sie wachsen, so arm ist, daß sie es nie zu ordentlichen Bäumen bringen können. Würden sie in die Höhe laufen und, gleich ihren vornehmen Vettern, den Pappeln, in die Wolken ragen, so würden sie bald etwas anderes erfahren.

Die Pappeln sind nämlich ihre Vettern.

Sie sind die vornehmsten von allen Weiden, und sie wissen es, was ihnen jeder auf den ersten Blick ansieht. Sobald man nur darauf achtet, wie sie sich recken, weiß man Bescheid.

Die Buche und die Eiche und die Birke und wie all die anderen Bäume heißen mögen, strecken höflich einen Zweig nach der einen und einen nach der andern Seite aus.

„Darf ich ergebenst um ein bißchen Sonnenschein bitten?“ fragt der Zweig, der oben in der Luft ragt.

„Kann ich vielleicht mit ein bißchen Schatten dienen?“ fragt der Zweig weiter unten an der Erde.

Aber bei den Pappeln hört man ein ander Lied. Da heißt es:

„Alle Zweige geradeaus in die Luft! Dicht an den Stamm mit euch! Da unten gibt es nichts zu gucken! In die Höhe gesehen! ... Marsch!“