„Lassen Sie ihn nur stehen, wo er einmal steht,“ meinte der Besitzer des Herrenhofs.
Er war nun einmal in dieser Laune an jenem Tage.
„Sollen wir ihn unter uns dulden?“ fragten die Pappeln längs des Weges.
Lange rauschten sie und berieten die Sache; und da niemand wußte, wie sie den Neuling loswerden sollten, kamen sie überein, ihn zu dulden. Er gehörte ja nun einmal zur Familie, wenn auch nicht zu ihrem vornehmen Zweige.
„Aber gib dir Mühe und recke dich so viel wie möglich,“ sagte die Pappel, die ihm am nächsten stand. „Du bist in feine Gesellschaft geraten, verstehst du. Du hättest besser an den Tümpel eines Bauerndorfs gepaßt als in eine Herrenhofallee. Aber nun ist der Skandal einmal da; und nun kommt es darauf an, ihn zu verdecken. Wir andern recken uns noch ein bißchen mehr; und dann wollen wir hoffen, daß die feinen Leute vorbeifahren, ohne dich zu beachten.“
„Ich werde tun, was in meinen Kräften steht,“ erwiderte die Weide.
Auf dem Felde ganz in der Nähe auf einer kleinen Anhöhe stand eine Eiche. Außerdem wuchs auf der Anhöhe eine wunderschöne wilde Rose. Die hörten beide mit an, was die Alleebäume sagten, und die Eiche begann, die Bäume zu verhöhnen.
„Daß ihr da draußen am Wege stehen mögt!“ sagte sie. „Wollt ihr nicht auch noch auf und ab rennen wie die törichten Menschen? Es ist häßlich und dumm von eurer Mutter, daß sie euch dorthin gesät hat. Man soll in einem Walde zusammen mit andern wachsen, wenn man nicht schön und vornehm genug ist, um allein zu stehen, wie ich.“
„Meine Mutter hat mich gar nicht gesät,“ sagte der Weidenbaum.