Sie selbst standen aufrecht, ragten in die Luft und gaben keinen andern Schatten als den, den ihre Stämme warfen. Aber unter dem Weidenbaum war ein recht großer, schattiger Platz.

„Er verdirbt die ganze Allee,“ schalt der zunächst stehende Baum.

„Die ganze Allee ... die ganze Allee ... die ganze Allee,“ rauschten die Pappeln.

An einem schönen, sonnenwarmen Sommertag kam der Herrenhofbesitzer durch die Allee. Er nahm den Hut ab, wischte sich den Schweiß von der Stirn und setzte sich in den Schatten des Weidenbaums.

„Hab’ Dank für deinen Schatten, du guter Weidenbaum,“ sagte er. „Die verfluchten Pappeln ragen in die Luft und geben kaum Schatten wie meine Hand groß. Ich glaube, ich lasse sie alle fällen und pflanze an ihrer Stelle Weiden.“

An dem Tage war er nun einmal in dieser Laune.

„Habt ihr gehört, wie der Herr mich gelobt hat?“ fragte der Weidenbaum, als jener gegangen war.

„Du lieber Gott,“ sagte die nächste Pappel. „Ob wir’s gehört haben! Es ist ein richtiger Skandal. Er redet wie ein ganz gewöhnlicher Bauer. Aber das kommt natürlich von der Heirat mit der Köchin. Es bleibt doch ewig wahr: Gleich und gleich gesellt sich gern.“

„Gleich und gleich gesellt sich gern ... gesellt sich gern ...“ rauschte es die Allee entlang.

Die Eiche auf der kleinen Anhöhe auf dem Felde bog ihre krummen Zweige vor Lachen. Und die wilde Rose, deren Hagebutten sich bereits zu röten begannen, nickte dem Weidenbaum zu.