„Jedem das Seine,“ sagte sie. „Wir haben unsre Sorgen, und die Vornehmen haben die ihren. Ich tausche mit keinem.“

„Man möchte ja gerne seinen Platz ausfüllen,“ sagte seufzend die Weide.

Auf die warmen Tage folgten Regen und Sturm. Die Wege glichen Morästen und waren schlecht zu befahren. Nur in der Allee war es immer sofort wieder trocken, soviel es auch geregnet hatte. Denn die Pappeln gaben keinen Schatten, so daß die Sonne gleich herzu konnte, sobald der Regen aufgehört hatte. Und auch vor dem Winde boten sie keinen Schutz, so daß der Wind herbeieilen und die Pfützen trocknen konnte.

Der Besitzer des Herrenhofs kam mit seiner Frau gefahren. Als der Wagen an die Stelle gelangte, wo der Weidenbaum stand, bespritzte der Schlamm das neue Seidenkleid der Frau.

„Uh!“ rief sie.

„Was ist das für eine Schweinerei?“ schrie der Herr.

Der Förster, der beim Kutscher auf dem Bock saß, zeigte auf den Weidenbaum.

„Der Bursche ist schuld daran,“ sagte er. „Er ist aus Versehen gepflanzt worden, und nun ist er herangewachsen. Die Weide hindert den Wind und die Sonne, so daß immer ein großer Tümpel unter ihm steht, wenn sonst schon alles trocken ist in der Allee.“

„Hat man je so etwas gehört!“ sagte der Gutsherr. „Und wie er aussieht! Er verdirbt ja die ganze, schöne Pappelallee. Sorgen Sie dafür, daß er noch morgen gekappt wird, Förster ... Die ganze Krone soll herunter, hören Sie!“