An dem Tage war er nun einmal in dieser Laune.
Am nächsten Tag kamen die Leute und sägten den Weidenbaum in Mannshöhe ab. Der dicke, nackte Stamm blieb allein zurück. Es waren nur noch fünf Blätter an ihm, die saßen an einem kleinen Zweige unten über der Erde und gehörten eigentlich gar nicht dahin. Die ganze schöne Krone lag im Graben. Und dann zerhieb der Förster mit seiner Axt alle Zweige.
„Werden Stecklinge daraus?“ fragte die Weide verzagt.
„Sie werden als Brennholz dienen,“ erwiderte der Förster und zerhieb die letzten Reiser.
„Dann laß mich lieber auch gleich sterben,“ sagte der Weidenbaum.
„Vorläufig bleibst du den Winter über stehen,“ erklärte der Förster. „Wenn der Schnee überall dick und gleichmäßig liegt, kannst du als Wegweiser an dem Graben dienen. Was später geschehen wird, hat der Gutsherr zu entscheiden.“
„Da findet die Stecklingskomödie ein schönes Ende,“ bemerkte die Eiche.
„Armer Weidenbaum,“ sagte der wilde Rosenstrauch.
„Vielen Dank,“ rief der Weidenbaum. „Ich bin noch ein bißchen verwirrt. Es ist nicht so einfach, wenn man seine ganze Krone verliert. Darum weiß ich nicht recht, was aus mir wird.“