Sie fraß die Beere und sagte: „Hm!“ und „Ah!“ und „Oh!“ So delikat schmeckte sie.

„Genau so wie die, die auf des Gutsherrn Beet wachsen,“ sagte sie. „Aber mir scheint beinahe, die Beere hat einen noch delikateren Geschmack davon bekommen, daß sie hier oben in dir aufgewachsen ist, du alter Weidenbaum.“

„Liebe Schwarzamsel,“ flüsterte die Erdbeerpflanze. „Du kommst ja häufig auf den Herrenhof. Willst du mir nicht den Gefallen tun, dem Gutsherrn zu erzählen, daß ich hier oben wachse?“

„Das werde ich ganz gewiß nicht tun,“ erwiderte die Schwarzamsel. „Erstens würde es mir nie einfallen, einem andern zu erzählen, wo eine gute Beere steht. Zweitens bin ich allmählich so dick und fett geworden, daß ich ein bißchen vorsichtig sein muß. Sonst könnte dem Gutsherrn leicht der Einfall kommen, daß Erdbeeren nach Schwarzamselbraten doppelt gut schmecken.“

„Da hob ihn der Förster hinauf.“


GRÖSSERES BILD

„Wie ärgerlich!“ sagte die Erdbeere. „Ich weiß, daß der Gutsherr gesagt hat, er esse nur die Beeren, die zu unserer Familie gehören; und unser sind so wenige. Ich habe auch einen Vogel davon singen hören, daß er aus Italien zurückgekommen ist; und ich bin überzeugt: wenn er wüßte, daß ich hier oben wachse, so würde er selber heraufklettern und meine Beeren pflücken.“

„Gott soll mich behüten,“ seufzte der Weidenbaum. „Die Ehre könnt’ ich nicht ertragen.“