Eines Tages machte der Gutsherr einen Spaziergang durch die Allee.

Er war in Begleitung des Försters und seiner beiden Kinder, eines Knaben und eines Mädchens. Sie waren erst seit kurzer Zeit auf dem Gut und sahen sich neugierig um; denn es war alles neu für sie.

„Was zum Henker steht denn da für ein alter Knorren?“ fragte der Gutsbesitzer und zeigte mit dem Stock auf die alte Weide. „Der verdirbt uns ja die ganze Allee. Sorgen Sie dafür, daß er morgen fortkommt, Förster! Der Anblick macht mich ganz krank.“

Denn an dem Tage war er nun einmal in dieser Laune.

„Nun kommt es,“ sagte die Eiche. „Das war dein Todesurteil, du alter Weidenbaum. Na ... ärgere dich nicht! Mir scheint, es ist besser, daß das Ende kommt, als daß man Tag für Tag immer hohler wird.“

„Und doch hängt man am Leben,“ sagte der Weidenbaum traurig. „Wie wird es nun allen meinen Pensionären ergehen?“

„Sie müssen sich über die Zeit freuen, die sie gelebt haben,“ sagte der wilde Rosenstrauch.

„Wir wollen erst mal sehen, was daraus wird,“ sagte der Holunderstrauch. „Ich habe Schlimmeres durchgemacht und bin doch immer wieder durchgekommen.“

„Gott sei Dank! es geht zu Ende,“ sagte die zunächst stehende Pappel.