„Die Spannung, in der man sich befindet!“ sagte der Weidenbaum. „Wenn ich nur nicht vor lauter Angst in Stücke zerfalle. Der Junge hat mich schon ordentlich angepackt; und Gott weiß, daß ich nicht mehr sehr widerstandsfähig bin.“

„Jetzt mußt du aushalten, bis wir sehen, was daraus wird,“ sagte der wilde Rosenbusch. „Ich habe noch nie etwas so Spannendes erlebt.“

„Ich auch nicht,“ bestätigte die Eiche. „Aber es kann kein gutes Ende nehmen, wenn man erst einmal hohl ist.“

Dann kam der Junge mit dem Gutsherrn. Der kleine Bursche zeigte und erzählte. Der Förster rollte einen Stein herzu, so daß der Gutsherr sich darauf stellen und in den Wipfel des Weidenbaums gucken konnte.

„Nein, so etwas habe ich denn doch noch nicht gesehen!“ sagte er. „Das ist ja wirklich wahr ... da oben ist ein ganzer Garten. Und meine eigenen Erdbeeren, glaub’ ich ...“

Er pflückte eine Beere und aß sie.

„Hm!“ sagte er. „Gewiß, das ist der richtige Geschmack. Beinahe kommen sie mir noch leckerer vor als die zu Hause.“

„Soll der Baum denn nun umgehauen werden, Vater?“ fragte der Junge.

„Ganz gewiß nicht!“ entschied der Gutsherr. „Das wäre eine Sünde und Schande. Es ist ja der merkwürdigste Baum, den ich auf dem ganzen Gut habe. Sorgen Sie dafür, daß oben ein Tonnenband darum gelegt wird, Förster! Und dann stellen Sie ein Staket darum auf, damit die Kühe sich nicht daran reiben und ihm Schaden antun! Den schönen alten Weidenbaum wollen wir uns so lange wie möglich zu erhalten suchen. Er macht mir wirklich Freude.“

An dem Tage war er nun einmal in dieser Laune.