„Müssen Sie sterben?“ fragte der Cholerabazillus.

„Ja,“ erwiderte der Gärungsbazillus. „Mehrere Tage lang bin ich umhergeschwebt, ohne etwas zu finden, was in Gärung übergehen kann; und allmählich bin ich bedenklich eingetrocknet. Also leben Sie wohl, meine Herren! Ich sterbe, wie es sich für einen guten Bazillus geziemt, in der Überzeugung, daß Millionen und Billionen mein Großmachtwerk in der Welt fortsetzen werden.“

Nach diesen Worten starb er.

Die andern sahen ein wenig verblüfft aus.

„Er hat gesprochen wie ein Gentleman und ist wie ein Bazillus gestorben,“ sagte der Fäulnisbazillus.

„Vielleicht,“ meinte der Cholerabazillus. „Aber ich weiß nicht, ob Sie berechtigt sind, sich über diese Frage zu äußern.“

„Hört, hört!“ rief der Tuberkelbazillus.

„Bravo,“ sagte der Diphtheriebazillus.

„Wenn schon der Verstorbene ein wenig vertrauenerweckendes Aussehen hatte, so ist es um Sie ganz schlimm bestellt,“ fuhr der Cholerabazillus fort. „Noch nie hab’ ich einen Bazillus sich so winden sehen, wie Sie es tun. Ich gestatte mir darum, an Ihrer Echtheit zu zweifeln.“

„Ich zweifle schon lange daran,“ bemerkte der Tuberkelbazillus. „Ein Bazillus ist entweder krumm oder gerade, dick oder dünn. Die Echtheit des Gärungsbazillus wage ich nicht zu bestreiten, einen Korkzieher aber haben wir nicht unter uns.“