„Ich bitte die Herren zu beachten, daß er Wimperhärchen an beiden Enden hat,“ sagte der Diphtheriebazillus. „Welcher Bazillus ist so beschaffen? Das ist ohne Zweifel ein Versuch, die sogenannten höheren Wesen nachzuäffen.“

Der Fäulnisbazillus aber wand sich gleichgültig und überlegen.

„Sehen Sie, meine Herren,“ sagte er. „Wie ich schon vorhin gesagt habe, erkenne ich an, daß jeder von Ihnen seine Bedeutung hier in der Welt hat. Unzweifelhaft ist aber mein Beruf der wichtigste. Ohne mich würde die Welt verkommen. In Wirklichkeit bin ich es, der die Dinge in Gang bringt.“

„Ist es zuviel verlangt, wenn ich Sie um eine nähere Erklärung Ihrer rätselhaften Worte bitte?“ fragte der Cholerabazillus. „Vielleicht würden wir Sie besser verstehen, wenn Sie es für einen Augenblick unterlassen wollten, sich so grauenhaft zu drehen.“

„Leider kann ich Ihnen den Gefallen nicht tun,“ erwiderte der Fäulnisbazillus. „Meine Natur bringt es mit sich, daß ich mich winde und drehe. Wenn ich aufhören würde, es zu tun, dann würde ich auch aufhören zu leben, und alles würde aufhören.“

„Hat man je so etwas gehört?“ fragte der Cholerabazillus.

„Er ist schwachsinnig,“ sagte der Diphtheriebazillus.

„Das ist der reine Größenwahn,“ rief der Tuberkelbazillus.

„Sehen Sie, meine Herren ... Sie haben vorhin von den Menschen geredet,“ fuhr der Fäulnisbazillus fort. „Auch ich kann über sie mitreden, da es den Anschein hat, daß Sie sehr großen Respekt vor ihnen haben. Die Menschen sind lächerliche, kleinliche, dumme Geschöpfe. Das steht fest. Aber natürlich haben sie auch ihre guten Seiten, wie der selige Gärungsbazillus mit Recht bemerkte. Ich muß zugeben, daß meine Bedeutung von den Klügsten von ihnen erkannt worden ist. Für die große Menge bin ich allerdings nur ein Gestank für die Nasen. Aber das ist mir vollkommen gleichgültig. Ich lasse sie verfaulen, die Klugen und die dummen, ohne Ansehen der Person.“

„Soll das eine Erklärung sein?“ fragte der Cholerabazillus.