Der Bauer baute die Deiche und machte sie so hoch, wie er konnte. Er grub und dränierte und säte Futtergras. Jahr auf Jahr wurde das Land fruchtbarer und grüner. Es war bald voll roter Kühe, die bis zum Bauch im Grase gingen und sich fett fraßen.
Eines Tages, als er grub, stieß sein Spaten auf etwas Hartes. Er nahm den Gegenstand auf und betrachtete ihn. Es war ein großes, rostiges Eisen; und er erkannte, daß es einmal eine Wetterfahne gewesen war.
„Gott mag wissen, wo du einmal gesessen und dich gedreht hast,“ sagte er. „Vergoldet bist du vielleicht auch gewesen. Du hast eine so vornehme Form.“
Mit diesen Worten warf er das Ding auf den Deich und vergaß es.
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Jahr auf Jahr verging, und ein Bauerngeschlecht folgte dem andern.
Das neue Land war nicht von dem alten zu unterscheiden. Ruhig und grün lag es hinter den Deichen, die die Menschen fortwährend stärker machen lernten, so daß sie dem Meere besser widerstehen konnten, wenn es herankam; und das tat es ja hin und wieder.
Ringsum in der Marsch — so hieß das fruchtbare Land — lagen reiche Höfe. Aus weiter Ferne kamen magere Kühe, weideten in dem saftigen Grase, fraßen sich fett und wurden zum Schlächter gesandt.