Jetzt fing der Frosch an, sich zu rühren. Er streckte seine Beine aus und ging in den Graben hinab, um sein Morgenbad zu nehmen. Die Vögel im Walde fingen an zu zirpen, und der Hirsch brüllte zwischen den Stämmen.

Der Morgen graute, und die Sonne guckte über den Hügel.

„Was ist das?“ rief sie. „Wie sieht es hier aus? Man kann ja nicht die Hand vor Augen sehen. — Morgenwind, auf mit dir, du Faulpelz, und feg’ die häßlichen Nebel fort!“

Und der Morgenwind fuhr über die Wiese und blies die Nebel weg. Da sandte die Sonne ihre ersten Strahlen gerade auf die Nachtviole hinab.

„Potztausend!“ sagte die Blume. „Da haben wir schon die Sonne. Dann muß ich mich aber schnell schließen. Wo in aller Welt ist nun der Nebel geblieben?“

„Hier bin ich ja,“ sagte der Tautropfen, der an ihrem Stengel hing.

Aber die Nachtviole schüttelte sich ärgerlich.

„Das kannst du anderen weismachen,“ sagte sie. „Ich glaube kein Wort von dem, was du erzählt hast. Das ist alles dummes, wässeriges Zeug.“

Die Sonne aber lachte und sagte:

„Da hast du recht!“