An einem Sommertag kehrte er einmal von einem Wiesenspaziergang nach Hause zurück. Er hatte fünf Frösche zu seiner Frau und den Kindern hinaufgebracht, die im Neste auf dem Dache lagen. Er selbst hatte zwei verzehrt und dann eine halbe Schlange zum Nachtisch, so daß er satt und guter Laune war. Die andere Hälfte der Schlange hatte er im Schnabel.

Mitten auf dem Wege blieb er stehen; denn er hatte einen gewaltigen Regenwurm bemerkt, der sich auf der Erde wand.

„Du hast doch nicht etwa Angst?“ fragte der Storch.

„Verschont mein Leben, hoher Herr, wer Ihr auch seid!“ bat der Regenwurm und krümmte sich noch jämmerlicher.

„Du kannst doch sehen, wer ich bin,“ erwiderte der Storch.

„Ach nein!“ sagte der Regenwurm. „Das kann ich nicht; denn ich bin ja blind. Aber ich hörte Euch kommen und habe einen solchen Schreck gekriegt, daß ich vor lauter Verwirrung das Erdloch nicht finden konnte.“

Dem Storch schmeichelte die Angst des Wurmes. Er legte die halbe Schlange vor sich in das Gras und blähte sich und stand auf einem Bein, was dasselbe ist, wie wenn ein feiner Mann die Arme über der Brust kreuzt.

„Ich bin der Storch!“ sagte er und sah senkrecht in die Luft.

„Jesses!“ rief der Regenwurm.

„Kennst du mich nun?“ fragte der Storch.