„Sagten Ew. Hochwohlgeboren etwas?“ fragte der Regenwurm.

„Ich habe mit meiner Gemahlin ägyptisch gesprochen,“ erwiderte der Storch. „Wir haben ein Gut in Afrika, weißt du. Und wir sprechen diese Sprache immer, wenn wir unter uns sind. Übrigens ist es da viel schöner; und ich bliebe gern immer in Afrika, wenn man nicht Rücksicht auf die Kinder nehmen müßte. Aber du verstehst wohl kaum, was ich sage ... Hast du jemals Reisen gemacht?“

„Ach nein!“ seufzte der Regenwurm.

„Wo bist du denn im Winter?“

„Ich bleibe hier,“ antwortete der Wurm.

„Uha! Das muß häßlich sein, hier im Schnee und Eis umherzuwaten. Bekommst du denn keine kalten Füße?“

„Ich habe gar keine Füße,“ antwortete der Regenwurm vergnügt. „Und ich grabe mich tief in die Erde hinein, wenn es kalt ist.“

Der Storch besah sich den Regenwurm nachdenklich und sagte dann:

„Ich weiß eigentlich nicht recht, ob es sich für mich paßt, hier zu stehen und mit einem Burschen, wie du einer bist, zu schwatzen. Dir fehlt ja fast alles, was zu einem ordentlichen Menschen gehört. Bist du von Rang?“

„Rang?“ wiederholte der Regenwurm verwundert. „Was ist das? Ich bin ein fleißiger Arbeitsmann. — Ist das Rang?“