Da tanzte der Storch vor Lachen umher und teilte seiner Frau oben mit, was der Wurm gesagt hatte.
„Ich hoffe nicht, daß ich etwas Unpassendes geäußert habe,“ sagte der Regenwurm verzagt. „Übrigens bin ich der älteste Regenwurm hier am Platze; ich war schon zur Zeit des Pastors hier.“
„Ach!“ sagte der Storch gnädig. „Du bist also eine Art Altmeister aller Regenwürmer. Das ist doch wenigstens etwas. Dann kann ich mich wenigstens im Gespräch mit dir sehen lassen; unsere Familien brauchen ja nicht zu verkehren.“
„Ich habe, weiß Gott, keine Familie,“ unterbrach ihn der Regenwurm.
„Du hast keine Familie?“ fragte der Storch und gähnte vor lauter Verwunderung.
„Nein,“ antwortete der Wurm. „Ich weiß nicht, wo meine Frau und meine Kinder sind, habe meine Eltern nie gesehen und würde meine Geschwister nicht wiedererkennen, wenn ich sie träfe.“
Der Storch zog das eine Bein unter sich ein und sah außerordentlich würdig aus.
„In den niederen Klassen herrschen fürchterliche Zustände,“ sagte er. „Ich will nichts mehr hören; es verdirbt meine Laune. Leb’ wohl. An einem andern Tage komme ich vielleicht wieder; aber nimm dich in acht, mir zu begegnen, wenn ich hungrig bin!“
Dann flog der Storch auf das Dach des alten Hauses hinauf; und der Regenwurm machte, daß er in sein Erdloch hinunterkam. — — —