„Ach nein!“ erwiderte der Wurm. „Etwas so Großes bringe ich denn doch nicht fertig. Unten unter der Erde grabe ich winzig kleine Gänge in die Kreuz und Quere.“
„Was für Nutzen haben wir Störche denn nun zum Beispiel von dir?“
„Ja,“ antwortete der Regenwurm, „erstens können Ew. Hochwohlgeboren mich ja fressen, wann es Euch beliebt.“
„Das weiß ich,“ sagte der Storch und warf den Kopf in den Nacken. „Du solltest mich nicht so oft daran erinnern. Und dann noch?“
„Außerdem mache ich die Erde zurecht, damit das Gras und die Blumen und Bäume wachsen und gedeihen können. Ich bereite die fruchtbare Ackererde.“
„Ist das der Dreck, in dem man watet?“ fragte der Storch.
„Verzeiht, wenn ich widerspreche,“ erwiderte der Regenwurm ehrerbietig; „aber Ihr dürft das nicht Dreck nennen. Es ist die fruchtbare Erde, in der alle Pflanzen wachsen; und von den Pflanzen leben die Insekten, und von den Insekten leben die Frösche, und die geruht ja sowohl Ihr wie Eure Familie zu verspeisen.“
„Glaubst du, das wüßte ich nicht alles?“ fragte der Storch, zog dabei das Bein unter sich ein und starrte vornehm in die Luft. „Ich will dich bloß auf die Probe stellen. Wie machst du denn diese — wie nanntest du’s doch?“
„Ackererde,“ sagte der Regenwurm. „Ich trage die Erde, die am tiefsten liegt, zur Luft, zur Sonne und zum Regen hinauf; und die, die oben liegt, trage ich hinunter. So mische und vertausche ich, und dann wird Ackererde daraus.“
„Sehr vernünftig!“ sagte der Storch. „Was dann weiter?“