„Tausend Dank, Ew. Hochwohlgeboren!“ sagte der Regenwurm entzückt. „Und dann hört ... Ich kann Euch zur Entschädigung einen Dienst leisten.“

„Jetzt bildest du dir gewiß allerhand ein,“ rief der Storch und stellte sich sofort auf ein Bein.

„Ach Gott, nein! Ich weiß nur allzugut, was für ein geringes Geschöpf ich im Vergleich mit Euch bin. Ich will Euch bloß vor einer Gefahr warnen, die Euch droht!“

„Mir? Mir droht keine Gefahr. Ich werde im ganzen Lande geehrt und geschätzt; und der, der Jagd auf mich macht, muß Strafe zahlen. Ich glaube, du bist ein wenig übergeschnappt, mein lieber Regenwurm.“

„Wenn Ihr mich nur einen Augenblick anhören möchtet! Seht, — wir graben ja unsere Gänge allerorten; und weil unser so viele sind, ist die ganze Erde durch Gräben unterwühlt. Hier im Garten sind wohl fünfzigtausend Regenwürmer vorhanden.“

„Das ist ja eine ganze Schar,“ sagte der Storch und leckte sich den Schnabel, so daß der Regenwurm schleunigst auf sein Loch zukroch.

„Wohin?“ fragte der Storch.

„Ich wage nicht, hier zu bleiben, wenn Ew. Hochwohlgeboren in einem so hungrigen Tone sprechen,“ sagte der Wurm.

„Spute dich und erzähle,“ rief der Storch ungeduldig.