„Nun haben sie Flaumfedern,“ begann die Störchin.
„Ja ... es dauert aber noch lange genug,“ sagte der Storch. „Die Frösche fangen an, vorsichtig zu werden. Es wird uns schwer genug werden, bis wir so weit sind. Heute morgen hab’ ich nur einen gefangen. Könnte ich den Regenwurm heute treffen, so sollte er gefressen werden, ehe er den Mund auftun könnte.“
„Was ist denn das?“ rief in diesem Augenblick die Frau. „Mir scheint, das Dach schwankt.“
„Was ist das ...“ schrie der Storch.
Doch bevor er ausgesprochen hatte, stürzte das Haus unter ihnen mit gewaltigem Getöse zusammen. Eine Staubwolke wirbelte hoch empor, und die beiden Störche flogen mit Geschrei in die Luft.
Das alte Haus war nur noch ein Haufen von Ziegelsteinen und morschen Brettern. Alles lag traurig aufgestapelt da, und ganz zu unterst lagen das Nest und alle Storchenkinder zermalmt und begraben.
„Meine Kinder! Meine Kinder!“ schrie die Frau.
Beide Vögel kreisten viele Stunden lang über den Trümmern. Sie hackten mit den Schnäbeln in den Steinen und dem Kalk umher, sie horchten und riefen, aber niemand antwortete, denn die Kinder lagen tief unten tot da.
Am Abend saß das Storchenpaar in einem hohen Baume im Garten; und sie besprachen das große Unglück, das sie betroffen hatte.