„Der Regenwurm!“ schrie der Storch plötzlich.
Die Warnung, die ihm der Wurm gegeben hatte, fiel ihm ein; und jetzt bereute er, daß er ihr nicht gefolgt war.
„Wie konnte ich ahnen, daß der närrische Wurm die Wahrheit sprach? Aber komm jetzt, wir wollen ihn fressen! Er und seine Brüder sind’s, die das Haus untergraben und den Tod unserer Jungen verschuldet haben.“
Damit flogen sie beide auf den Weg nieder und riefen den Regenwurm mit den zärtlichsten Worten:
„Komm getrost hervor, lieber Regenwurm!“ säuselte der Storch; denn er machte seine Stimme so sanft, wie er nur konnte. „Meine Frau ist hier und möchte gern hören, was du von deinem interessanten Leben drunten in der Erde zu erzählen weißt.“
Aber der Regenwurm hatte den Fall des Hauses vernommen und war so tief hinuntergekrochen, wie er nur konnte. Er hörte die Worte des Storches nicht und merkte es auch nicht, als die beiden Vögel wütend mit ihren Schnäbeln auf die Erde klopften.
Schließlich flogen die Störche fort, um bei den Nachbarstörchen Besuch zu machen und ihnen ihr Unglück zu erzählen. Aber als es dunkle Nacht war, kroch der Regenwurm ans Licht und streckte sich mit Wohlbehagen in dem taufeuchten Grase aus.
„Wie ist die Luft so wunderschön schwer,“ sagte er. „Wir bekommen Regen heut nacht. Ach ja, das Leben ist herrlich — besonders seitdem Seine Hochwohlgeboren abgereist sind. Er war ja allerdings ein freundlicher Herr, aber man lebte doch in ewiger Angst, daß er hungrig werden könnte.“
In der Tiefe.
Der Einsiedlerkrebs ging auf dem Meeresgrunde spazieren. Schwerfällig zog er das Schneckenhaus hinter sich her, worin sein Magen und sein ganzer Hinterleib steckten. Er hatte gerade genügend gefressen, so daß er nicht hungrig war; freilich hätte er deswegen einen besonders guten Happen nicht verschmäht, falls ihm einer in die Quere gekommen wäre.