„Findest du?“ meinte der Einsiedlerkrebs. „Ich finde, nur Dummriane sprechen gleich von Freundschaft, sobald sie eine Stunde miteinander geplaudert haben, nachdem sie sich satt gefressen. Sollte ich einen zum Freunde wählen, so müßte es einer sein, der mir nützlich wäre, und dem auch ich Nutzen brächte. An andre Freundschaft glaube ich nicht.“

Da machte die Krabbe den Vorschlag: „Ich will dein Freund sein. Ich will daneben stehen, wenn du in ein andres Schneckenhaus einziehst, und achtgeben daß niemand dir etwas antut. Das wird apart.“

„Du alter Schwätzer!“

„Beschimpfst du mich?“

Die Krabbe wurde plötzlich wütend und ging auf ihren Vetter los.

„Nimm dich in acht,“ sagte der Einsiedlerkrebs. „Es mag sein, daß du ein bißchen behender bist als ich, aber dafür sind meine Scheren auch doppelt so groß.“

„So ein Wichtigtuer!“ rief die Krabbe. „Du glaubst, du seist besser als wir, weil dein Gesäß in einem Schneckenhause steckt. Und doch bin ich überzeugt, daß du der dümmste Wicht im ganzen Meere bist.“

„Und vorhin sprachst du von Familienzusammengehörigkeit,“ spottete lachend der Einsiedlerkrebs.

„Ich begreife nicht, wie ich mich überhaupt mit dir einlassen konnte,“ sagte die Krabbe. „Treff’ ich dich einmal mit bloßem Hinterleib, so ist es um dich geschehen.“