„Und soeben hast du noch von Freundschaft geschwatzt!“ rief der Einsiedlerkrebs und lachte noch mehr.
„Warte nur,“ sagte die Krabbe und lief dreimal nach der Seite um ihn herum.
„Gutnacht!“ sagte der Einsiedlerkrebs.
Er zog die Scheren ein und legte sie so, daß sie die Öffnung zum Schneckenhause ganz verdeckten. Da schimpfte die Krabbe noch ein wenig, und dann schwamm sie auf und davon.
Gleich nachdem die Krabbe fort war, steckte der Einsiedlerkrebs Kopf und Scheren wieder heraus.
Er konnte nicht einschlafen. Er dachte an das, was er selber von Freundschaft und Verwandtschaft gesagt hatte. Es war ihm nicht nur vorübergehend eingefallen, sondern er hatte schon oft darüber nachgegrübelt.
Wenn er so auf dem Meeresgrunde dahinkroch oder sich im Wasser in seinem Schneckenhause wiegte, dann dachte er mehr nach als die meisten andern dort unten in der Tiefe. Und vor allem dachte er, wie schön es sein würde, wenn er irgendeinen guten Freund oder Kameraden hätte, auf den er sich ganz verlassen, mit dem er Plaudern und schweigen könnte, ganz nach Belieben.
Angehörige hatte er nicht. Seine Frau hatte er am Hochzeitstage zum ersten- und letztenmal erblickt. Kinder hatte er zu Tausenden in die Welt gesetzt, ohne sie je gesehen zu haben und ohne zu wissen, wo sie sich aufhielten. Niemals ließ er sich in Schwärmen sehen, wie die Garnelen und Fische. Darum war es nicht so verwunderlich, daß er sich zuweilen einsam fühlte.
„Könnte ich doch einen guten Freund ausfindig machen!“ dachte er. „Einen, der mir Nutzen brächte, und dem ich gleichfalls nützen könnte.“
Wie er nun seine Scheren im Wasser vorstreckte, stieß er auf das seltsame, verschrumpelte Ding, das da unten lag und wie eine Feige aussah.