„Gott weiß, was das für ein Kerlchen sein mag,“ dachte er. „Daß er hübsch sei, kann man nicht gerade sagen. Aber darauf kommt es auch nicht an. Vielleicht ist er tot. Vielleicht ist es ein einsamer Kavalier wie ich.“

Er stieß mit den Scheren daran, aber das Wesen regte sich nicht.

„Auf mit dir,“ rief der Einsiedlerkrebs. „Ich bilde mir ein, daß Leben in dir ist, und daß du dich bloß totstellst. Auf mit dir, oder ich beiße!“

Er schnappte ein klein wenig zu, um zu zeigen, daß er es ernst meinte. Im selben Augenblick fuhr er aber erschrocken zurück und retirierte, so schnell er es mit seinem Schneckenhause konnte.

Das unbekannte Geschöpf schwoll plötzlich an und faltete sich mit fabelhafter Geschwindigkeit auseinander. Im Augenblick hatte es sich in eine wunderbare, bunte Blume auf dickem Stengel verwandelt, der unten mit breiter Scheibe auf dem Meeresgrunde festsaß.

„Wer bist du?“ fragte der Einsiedlerkrebs. „Woher kommst du? Was willst du hier? Warum entfaltest du dich so? Warum hast du vorher wie ein sonderbarer Klumpen dagelegen?“

„Ich bin die Seeanemone,“ sagte der Fremdling.

„Das klingt hübsch,“ rief der Einsiedlerkrebs ihr zu. „Es deutet darauf hin, daß du eine Blume bist. Wir haben hier unten nicht gerade viele Blumen. Schön bist du auch. Und nun will ich noch mit deiner Erlaubnis feststellen, wie du duftest.“

Er streckte seine Fühlhörner mitten in die Krone der Seeanemone hinein, zog sie jedoch mit lautem Gebrüll wieder zurück.