„Hör’ einmal dein sanftes Meer,“ sagte der Hänfling höhnisch.

„Meer!“ rief die Marsch.

„Laß mich!“ rief das Meer zurück. „Ich bin heute wütend und weiß nicht, was ich tue.“

Da rief die Marsch: „Stets habe ich dich als meine milde Mutter verehrt und dir gedankt, daß du mir das Leben gegeben hast. Nun sitzt hier ein Hänfling, der erzählt, du seiest böse und wild und habest ein entsetzliches Unglück angerichtet.“

„Ich mache, was ich will,“ erwiderte das Meer. „Sende den Hänfling zu mir heraus, so werde ich ihn ertränken!“

„Hör’ mal an!“ rief der Hänfling.

Und die Marsch fragte: „Ist das wahr, daß du vor vielen Jahren ein prachtvolles Felsufer mit der Schloßherrschaft, mit Bauern, Hirschen und Wäldern und einer ganzen Hänflingfamilie vernichtet hast?“

„Das wird wohl stimmen,“ antwortete das Meer. „Was weiß ich noch von den alten Geschichten! Ich mache, was ich will.“

„Ist das die Windfahne des Schlosses, die da auf dem Deich liegt?“ rief die Marsch.

„Wenn da eine Windfahne liegt, so hat sie auch wohl mal irgendwo gesessen,“ sagte das Meer. „Was soll all das Gerede? Du bist mein Land. Ich habe dich gebaut; und was in dir ist, hast du von mir erhalten. Laß mich zufrieden! Und hüte dich!“