„Hörst du es?“ rief der Hänfling.

Die Marsch dachte nach. Die Dämmerung brach herein. Die Kühe lagerten sich im hohen Grase nieder, um wiederzukäuen. Der Bauer stand in seiner Tür und sah nach Westen.

„Der Himmel sieht schlimm aus,“ sagte er. „Und das Meer ist heute abend sehr unruhig. Wenn wir zur Nacht nur kein Gewitter bekommen!“

„Ich bleibe bis morgen hier,“ zwitscherte der Hänfling. „Laß uns noch ein bißchen zusammen plaudern, Marsch! Ich verstehe recht gut, daß du es satt hast. Es ist niemals angenehm, über seinen Nächsten so etwas zu erfahren. Aber die Wahrheit ist die Hauptsache.“

Die Marsch lag schweigend da und dachte nach. Der Abend rückte vor. Der Bauer schlief mit den Seinen. Im Busch schlief auch der Hänfling. Das Meer aber brüllte lauter und lauter. Wilde Wolken jagten am Himmel dahin.

Da plötzlich erwachte die Marsch aus ihren Gedanken.

„Du böses Meer!“ rief sie.

„Was sagst du?“ brüllte das Meer. „Bist du von Sinnen? Schiltst du mich aus, obwohl ich dir das Leben gegeben habe?“

„Du böses Meer!“ rief die Marsch wieder. „Dieb! Lügner! Heuchler! Kein Körnchen von dem, was du mir gabst, ist dein Eigentum. Du hast jeden Fetzen von mir geraubt. Dieb! Lügner! Heuchler! Den Fels zertrümmertest du und trugst ihn herüber und spieltest den Wohltäter mit deiner Diebesbeute! Jetzt kenne ich dich, und ich verachte dich.“

„Rasest du?“ brüllte das Meer, und alle die weißen Wogenkämme sprangen auf den Deichrand. „Das Felsufer habe ich erbaut, und dich habe ich erbaut. Das Felsufer habe ich niedergerissen, und ich reiße dich nieder, sobald es mir Spaß macht. Ich mache, was ich will.“