Die Seeanemone fächelte mit ihren bunten Armen ins Wasser hinein und ließ sie mit dem Strome hin und her wogen. Sie sah hübsch und heiter aus, wie die Blumen auf dem Lande. Aber auf einmal ergriffen die bunten Arme einen kleinen Fisch, der in den Magen hinabglitt und sofort verzehrt war.
„Den kleinen Fisch hättest auch du essen können,“ sagte die Seeanemone. „Da siehst du es.“
„Ich hab’ auch meinen Fisch im Leibe,“ erwiderte der Einsiedlerkrebs. „Hast du nicht gesehen, daß es zwei waren?“
„Nein,“ sagte die Seeanemone. „Ich habe nur einen gesehen, und den habe ich gepackt.“
„Es war noch einer da. Er schwamm direkt auf mich los, ohne mich zu sehen; denn deine Arme verbargen mich von der Seite, von der er kam.“
Als er das gesagt hatte, machte er einen gewaltigen Sprung auf die Seeanemone zu, die sofort alle ihre Brennesseln gegen ihn kehrte.
„Au, au,“ schrie der Einsiedlerkrebs.
„Ist das eine Art, auf die Leute loszufahren?“ zeterte die Seeanemone. „Besonders wenn man weiß, daß du noch nichts gefressen hast.“
„Du hast mich gänzlich mißverstanden,“ sagte der Einsiedlerkrebs und putzte seine Fühlhörner. „Ich bin vor Freude so gesprungen; denn jetzt hab’ ich eine Methode ausfindig gemacht, wie wir ewig zusammenbleiben können.“
„Dann solltest du dich deutlicher ausdrücken.“