„Hör’ einmal. Worauf sitzest du?“
„Augenblicklich sitze ich auf einem Stein,“ sagte die Seeanemone. „Aber ich möchte mich nicht verpflichten, bis zu meinem Tode hier sitzenzubleiben, obwohl es mühselig genug ist, sich von der Stelle zu bewegen. Es ist noch nicht lange her, da saß ich auf einem Schiffsanker, der untergegangen war. Einmal hab’ ich auch auf einem Hai gesessen, der sich hier unten zur Ruhe gelegt hatte und so lange liegen blieb, daß ich annahm, er würde nicht mehr fortgehen. Aber er hat sich nur ein bißchen ausgeruht, und eines Tages suchte er das Weite. Es war höchst unbehaglich, auf wie stürmische Weise das geschah.“
„Nun will ich dir was sagen,“ meinte der Einsiedlerkrebs. „Ich habe eine Methode ausfindig gemacht, wie du ganz glatt von der Stelle kommen kannst. Du sollst dich auf mir festsetzen.“
„Auf dir?“
„Auf mir. Auf meinem Schneckenhaus. Dann trag’ ich dich mit mir herum. Ich bin ein gesetzter Bursche, der keine Luftsprünge mehr macht; und andererseits komme ich viel schneller vom Fleck als du.“
Die Seeanemone zog sich mit grauenhafter Geschwindigkeit zusammen. Weg war die ganze Blume, und nur die kleine Feige war noch da, die so unglaublich mißtrauisch aussah.
„Du scheinst nicht an meine ehrlichen Absichten zu glauben,“ sagte der Einsiedlerkrebs.
„Was kostet das Billett?“ fragte die Seeanemone.
„Ach so. Deinen eigenen Profit bei der Sache erkennst du recht wohl, und nun willst du wissen, was ich dabei verdiene. Ja, siehst du, ich denke an den kleinen Fisch von vorhin, der mir direkt ins Maul rannte.“
„Aha, du meinst, ich soll dich verstecken, wenn du auf Beute ausgehst.“