Die Seeanemone entfaltete sich ganz und fächelte mit den Brennesseln ganz nah am Hinterleib des Einsiedlerkrebses herum.

„Denk’ daran, wieviel Freude und Nutzen wir noch voneinander haben können,“ sagte der Einsiedlerkrebs und wand sich jämmerlich.

„Ich überlege mir das gerade,“ sagte die Seeanemone. „Sonst hätte ich natürlich längst deinen Schwanz gefressen. Noch nie im Leben hab’ ich einen solchen Leckerbissen gesehen.“

„Aber es ist nur ein Bissen. Hast du ihn gefressen, so ist er weg.“

Die Seeanemone sagte nichts, fächelte und fächelte nur mit den Armen und kam dem Hinterleib ihres guten Freundes immer näher. Der Einsiedlerkrebs krümmte sich in größten Nöten.

„Wenn du das tust, so begehst du eine große Dummheit,“ sagte er. „Dann mußt du morgen dein altes Leben wieder anfangen, das nicht entfernt so bequem war wie das, das du führst, seitdem du bei mir wohnst. Du wirst wieder nur langsam von der Stelle kriechen. Den einen Tag sitzest du auf einem dummen Stein und lässest alle Fische entwischen. Den nächsten sitzest du auf einem Hai, der mit dir auf und davon schwimmt und dich herumwirbelt, so daß du weder aus noch ein weißt.“

Die Seeanemone fächelte mit den Armen.

„Au!“

„Ich habe dich nicht angerührt.“

„Du warst nahe daran,“ sagte der Einsiedlerkrebs. „Du denkst an nichts andres. Das kann ich dir ansehen. Wenn du das tust, so benimmst du dich wie ein junger, unbesonnener Mensch. Als wir jung waren, da taten wir so etwas. Da dachten wir nie an den morgigen Tag.“