Einige Zeit darauf war der Seeanemone etwas sonderbar zumute.

Sie hatte ihre Not mit der Entfaltung ihrer Blüte und ließ einen kleinen Fisch nach dem andern entwischen.

Der Einsiedlerkrebs sah es wohl, aber er hatte selber ein paarmal mit seiner Schere daneben gegriffen und sagte darum nichts.

„Wie geht es dir?“ sagte die Seeanemone hierauf.

„Danke, vortrefflich,“ antwortete der Einsiedlerkrebs. „Und dir?“

„Es ist mir noch nie so gut gegangen wie heute. Ich fragte nur, weil ich sah, daß du nach einem Fisch fehlgriffst.“

„Wirklich? Ich habe selber gar nicht darauf geachtet. Dagegen hab ich gesehen, wie du vorhin zwei Fische vorbeisegeln ließest, außer einer wunderschönen Schnecke. Du fängst doch nicht etwa an, dich alt zu fühlen?“

„Gott, wie kannst du das glauben!“ sagte die Seeanemone und fing an, wie toll mit den Armen zu fächeln. „Du fällst wohl eher als ich zusammen.“

„Ich ... alt?“ sagte der Einsiedlerkrebs und schnitt heftig mit der Schere vor sich hin. „Nein, ich werde dich ganz gewiß überleben. Und dann fress’ ich dich auf. Du weißt ja, so haben wir’s verabredet.“

„Gott behüte! Ich werde dich auch auffressen, verlaß dich darauf! Im Augenblick bin ich leider nicht hungrig, sonst tät’ ich es gerne sofort.“