„Ich glaube wohl,“ erwiderte die Petersilie. „Und du darfst sie nicht mit deinem Geschwätz aufwecken.“

„Es ist und bleibt nun einmal unser Vogel,“ sagte der Geißfuß. „Wenn sie sich auch anders aufführt wie andere Vögel, jedenfalls hat sie uns die Ehre und das Vertrauen erwiesen, sich in uns anzubauen; und darum verlangen wir, daß sie respektiert wird.“

„Hat sich was, so ein Vogel!“ höhnten die Zweige.

„Auf alle Fälle ist sie besser als gar nichts,“ sagte die Petersilie.

„Solche Wichte wie ihr sollten das Maul halten,“ fügte der Geißfuß hinzu. „In euch baut sich wahrhaftig niemand an.“

„Ein Vogel ist sie nicht,“ begann die Maus. „Aber darum kann sie ja doch etwas taugen. Ich glaube, daß sie eine arme, unglückliche alte Jungfer ist, die sich mit dem Leben überworfen hat. Vielleicht hat ihr Liebster sie im Stiche gelassen. So etwas tut weh. Mein erster Mann ist mit einer weißen Maus fortgelaufen, gerade als ich meine Jungen bekommen hatte. Ich spreche aus Erfahrung.“

„Das mag wohl sein,“ sagte die Petersilie nachdenklich. „Aber was ist da zu tun?“

„Wir müssen sehen, sie glücklich zu machen,“ meinte die Maus. „Fährt sie fort, ein so einsames Leben zu führen, so wird sie mit jedem Tage verbitterter, und zuletzt werden alle weicheren Regungen in ihr erstickt werden. Könnten wir nur einen Mann für sie finden!“

„Ja — könnten wir nur!“ seufzte die Petersilie.

„Dann baut sie sich vielleicht ein richtiges Rest mit kleinen Eiern drin,“ sagte der Geißfuß.