In diesem Augenblick streckte die Spinne mit den Worten: „Wovon schwatzt ihr?“ den Kopf unter dem Blatte hervor.
„Wir schwatzen von dir,“ erwiderte die Maus. „Wir sprachen soeben davon, daß du dich verheiraten solltest. Es ist auf die Dauer nicht gut für ein Frauenzimmer, allein zu sein. Davon wird man wunderlich und sauertöpfisch. Du solltest nur wissen, wie reizend es ist, seinen lieben Kinderchen zuzusehen und ihnen zu essen zu geben und sie leben zu lehren.“
„Gefasel!“ brummte die Spinne.
„Es ist die Bestimmung der Natur,“ sagte die Maus. „Und du magst sagen, was du willst, ich werde doch für dich tun, was in meinen Kräften steht. Auf meinem Wege an der Hecke entlang sehe ich jeden Tag eine Menge Spinnen. Sie sind zwar viel kleiner als du, aber sonst doch recht nett. Vielleicht treffe ich eine große. Der sage ich dann, daß hier eine schöne Jungfrau sitzt und sich nach einem Freier sehnt.“
„Dann sagst du eine arge Lüge,“ fiel die Spinne ihr ins Wort. „Und du brauchst auch nicht nach einem Freier zu suchen, der größer ist als ich; denn unsere Mannsleute sind allesamt jämmerliche kleine Krüppel. Keine von uns Spinnen glaubt, daß die Männer etwas wert sind, mußt du wissen. Wir haben längst verstanden, daß es nur die Frauenzimmer sind, an denen etwas dran ist.“
„Jetzt laufe ich,“ sagte die Maus. „Ich finde schon den Rechten. Und ich glaube bestimmt, daß du viel liebenswürdiger werden wirst, wenn du dich verliebst.“
„Lauf du nur, kleine Maus,“ sagte die Spinne. „Der Mann wird nie geboren, der mir gefallen könnte. Aber du hast ja nichts anderes im Kopf, als Liebe und dergleichen Unsinn.“
Sie tötete eine Fliege, spann sie ein und hängte sie auf; und dann verbarg sie sich unter dem Blatte. Die Maus dagegen lief fort, während die Petersilie und der Geißfuß die Köpfe zusammensteckten und die Zukunft besprachen.