Am nächsten Vormittag saß ein wirklich netter Spinnenherr auf der Petersilie, aber ein gutes Ende von der bissigen Jungfrau entfernt.

Er hatte seine Fühler geputzt und spann ein paar schöne Fäden, um zu zeigen, was er könne. Und er bog und streckte die Beine, damit sie sehen konnte, welch gute Figur er habe. Sieben seiner Augen strahlten vor Verliebtheit, während das achte aufpaßte, daß sie ihn nicht fraß.

„Erlauben Sie, Jungfrau, daß ich Ihnen Herz und Hand anbiete,“ sagte er.

„Er kann seine Worte beweisen,“ sagte die Petersilie.

„Ein reizender Mann!“ lobte der Geißfuß. Und die Maus erzählte, daß sie ihn hergeschickt habe.

Doch die Jungfrau blieb kühl. „Der Tropf,“ sagte sie.

Aber der Spinnenherr räumte das Feld nicht so leicht. Er bog zierlich den Vorderkörper, ließ zwei Augen aufpassen, daß ihm nichts zustieß, die andern sechs aber sahen noch einmal so verliebt aus.

„Glauben Sie nicht, daß ich Ihnen zur Last fallen will,“ beteuerte er. „Ich habe mein eigenes Gespinst ein Stück weiter unten auf der Hecke und kann bequem die paar Fliegen fangen, die ich brauche. Ich habe sogar fünf schöne, fette aufgehängt und eingesponnen, und es wird mir eine Ehre sein, sie Ihnen morgen anzubieten, damit Sie sehen, daß mich nur die Liebe treibt.“

„Wie du faselst!“ spottete die Jungfrau. „Was zum Teufel sollte ich mit einem so erbärmlichen Mannsbild anfangen?“

„Gott bewahre,“ sagte er — und jetzt war nur noch ein verliebtes Auge vorhanden, so grimmig sah sie aus. „Kommt meine Bewerbung Ihnen ungelegen, so ziehe ich mich auf der Stelle zurück und warte, bis Sie ein andermal ...“