Einer nach dem anderen zog aus, um die Hand der Schönen anzuhalten, und allen erging es gleich jämmerlich.
Der erste war ein flotter Bursche. Er hatte den unglücklichen Freier gewaltig verhöhnt, weil er der Prinzessin die fünf eingesponnenen Fliegen versprochen, die er daheim im Neste hatte.
„Aus solchen Versprechungen machen sich die Frauenzimmer nichts,“ sagte er. „Sie müssen es auf der Stelle bar ausbezahlt bekommen. Sieh einmal, wie ich es machen werde!“
Und er kam mit einer prächtigen Schmeißfliege zu der Jungfrau und legte sie ihr ohne ein Wort zu Füßen.
Doch sie empfing ihn anders, als er erwartet hatte.
„Sollte ich mich von einer Mannsperson ernähren lassen?“ schrie sie.
Und bevor er sich’s versah, hatte sie sich über ihn hergemacht und ihn gefressen. Die Fliege ließ sie zunächst verächtlich liegen; doch im Laufe des Nachmittags, als sie glaubte, daß keiner es sähe, ließ sie sich an einem der Fäden hinunter und fraß auch sie.
Nicht besser erging es den Freiern, die nach ihm kamen.
Sechs von ihnen fraß sie, während sie mitten in ihrer Freiersrede waren; nur zweie ließ sie nicht einmal den Mund auftun. Einen erwischte der Star, gerade als er seine Reverenz machen wollte, und einer fiel, als sie ihn ansah, vor Schreck in den Graben und ertrank sofort.
„Nun wären es zwölf,“ sagte die Maus.