Sie nahm eine Fliege, die gerade in ihr Netz flog, biß sie tot und schickte sich an, sie in Ruhe und Bequemlichkeit zu verzehren, wobei sie ihn unausgesetzt aufmerksam beobachtete.
Ein gräßlicher Wicht war er, besonders jetzt, wo er am ganzen Körper zitterte, weil er glaubte, daß sein letztes Stündlein geschlagen habe. Aber so hatte sie ihn gerade gern. Sie war der Ansicht, das passe gerade zu einem Mannsbild. Und als er sah, daß sie keine Miene machte, auf ihn loszufahren, ermannte er sich so weit, daß er seine Rede beenden konnte.
„Ich verstehe so gut, daß Sie an mir nichts besonders Hübsches finden können,“ sagte er. „Ich will mich nicht besser machen, als ich bin, und ich bin nur eine arme Mannsperson. Aber wenn ich Vater einer Tochter werden könnte, die Ihnen gliche, so würde ich mein Lebensziel für erreicht halten und demütig für mein Glück danken.“
Da geschah das Wunderbare. Sie nahm ein Fliegenbein und warf es ihm hin, was bei den Spinnen dasselbe bedeutet wie Ja.
Bebend vor Glück und Angst, kroch er näher zu ihr hin.
„Gut,“ sagte sie, „ich nehme dich. Aber gib acht, daß du mich nicht ärgerst! Denn dann fresse ich dich.“
„Sie hat ihn genommen!“ rief die Maus und geriet außer sich vor Freude.
„Sie hat ihn genommen!“ sagten der Geißfuß und die Petersilie.
„Sie hat ihn genommen!“ sagten die Zweige auf den Stümpfen und raschelten vor lauter Verwunderung.
„Sie hat ihn genommen!“ riefen die Spinnenherren, die zurückgekommen waren, aber jetzt wieder davonliefen, teils um die Neuigkeit rings auf der Hecke zu verkünden, teils um nicht zur Hochzeit gefressen zu werden.